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Geschichte

Am 19. Juni 2007 haben uns die Schlagzeilen in der AZ nochmals aufgerüttelt:

'Die Baumaschinen fahren auf im Horentäli'

'Das Horentäli als bitterer Wegzoll'
Am 9. Juli beginnt der Bau des Nordtrassees für die neue Staffeleggstrasse. Damit wird eine Landschaft von besonderer Schönheit unwiederbringlich zerstört..... - und- " die Opposition gegen die Neue Staffeleggstrasse war von Anbeginn weg chancenlos. Das auch, weil die Unterstützung der örtlichen Behörden weitgehend fehlte."

Nun das war nicht immer so. Jedenfalls scheinen die Küttiger vor rund 200 Jahren beim Bau der Staffeleggstrasse 'Schwierigkeiten' bereitet zuhaben. So drohte die Regierung 1804 mit 10 Franken Busse und Schadenersatz, wenn jemand auf den neu ausgesteckten Weg Getreide säe, im Dorf Streue werfe oder sich erfreche "Schwirren und Pfäll" auszureissen. (Quelle:Küttigen Geschichte einer Vorortgemeinde  / Alfred Lüthi)

Über den etwas abgelegenen Giebel ist ansonsten schwierig viel in Erfahrung zu bringen.
Aber wussten sie, dass:

  • Im Giebel um 1868 eine Bierwirtschaft errichtet wurde, die jedoch bereits 1871 ins Restaurant 'Jura' verlegt wurde.
  • Dass bereits seit Ende des Mittelalters um 1500 im Horentäli und Giebel Reben angebaut wurden und dies bis nach 1900 wo dann die Reblaus die Rebflächen über ganz Küttigen auf gerade mal noch 1/2Hektare dezimierte.
  • Die erste Schiessanlage der Küttiger Schützen sich zwischen Giebel und Egghübel befand. Die zwei Kastanienbäume die die Abschussanlage flankierten, markieren heute den 'Eingang' des Abenteuerspielplatzes der Giebelkinder .
  • Das Schällenhaus (Familie Blattner) seinen Namen von den Insassen des kantonalen Zuchthauses bekommen hat. Sie bauten die Schellenbrücke und waren während der Bauzeit in diesem benachbarten Bauernhaus einquartiert und mit 'Schellen' gesichert.
Irgend einmal in der Primarschule hört wohl jedes Küttiger Schulkind die Sage von
 der' ledernen Brücke'. Sie ist mit Sicherheit auch die Bekannteste Küttiger Legende.
Es gibt aber auch eine Geschichte vom Fusse des Hombergs. Diese ist zwar weniger
dramatisch und daher wohl auch weniger bekannt, trotzdem  möchten wir sie
niemandem vorenthalten:

Das Guetigsheer am Küttiger Homberg

Früher trieb man in den Juradörfern abends das Vieh nach dem Melken auf die Weiden zurück. Hirtenbuben bewachten es dort. Einer dieser Hüter wurde einst um Mitternacht von einem wundersamen Singen und Spielen geweckt. Da Erntezeit war, glaubte er, es wären feiernde Leute aus dem Dorf. Doch die Musik kam immer näher, und aus den Lüften ertönte ein leiser Gesang, der ihn erschauern liess. Diese Musik wird in der Gegend des Küttiger Hombergs das Guetigsheer genannt.
Sein Anführer war der Guenishirt.

Die alten Leute sollen das Heer noch gesehen haben. Sie berichteten darüber
mancherlei. Folgte der Zug von West nach Ost dem linken Aareufer, verkündete er ein gesegnetes Jahr. Zog die Musik von der Schafmatt über Küttigen Richtung
Lenzburg, hörte man es klingen wie von tausend Instrumenten. Auch in den
Hundstagen und in der Fasnacht sah man das Guetigsheer am Himmel seine
Bahn ziehen.

(aus: Menschen Geister Fabeltiere / lLehrmittelverlag des Kanton Aargau)